Medienmitteilung Zum Europäischen Tag der Logopädie

Logopädie: Wichtiges Element bei schweren COVID-19-Verläufen

Die Logopädie hat sich als wichtiger Baustein bei der Betreuung und Erholung von einer schweren COVID-19-Erkrankung erwiesen. Beatmete oder ehemals beatmete Patientinnen und Patienten leiden häufig an Stimm- und Schluckstörungen, die durch Logopädie therapiert werden können, wie der Berufsverband DLV (Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband) zum Europäischen Tag der Logopädie schreibt.

Neben den bekannteren, corona-typischen Langzeitsymptomen tritt nach einer Intubation ein weiteres Problem auf: Der Beatmungsschlauch kann zu Schluck- und Stimmstörungen führen. Eine der ersten Massnahmen nach Extubation (Entfernung des Beatmungsschlauchs) ist deshalb eine entsprechende Abklärung durch klinisch tätige Logopädinnen oder Logopäden. Oft können Patientinnen und Patienten noch nicht gefahrlos essen oder trinken, vielfach beeinträchtigen beschädigte Stimmbänder die Stimme.

Wenn in schwereren Erkrankungsverläufen eine längerfristige Beatmung notwendig ist, werden sogenannte Trachealkanülen eingesetzt. Auch bei der Entwöhnung dieser Trachealkanülen sind Logopädinnen und Logopäden massgeblich beteiligt, um das Sprechen, die Stimmgebung und das Schlucken selbst noch während der Beatmung zu ermöglichen und zu trainieren.

Die Symptome können während längerer Zeit auftreten und erschweren damit die Rückkehr in den Alltag zusätzlich. Eine logopädische Therapie dauert teilweise auch nach der Entlassung aus dem Spital noch an, zeigt aber grosse Erfolge. Zusammen mit andern Fachpersonen tragen sie so zu einer Verkürzung des Spitalaufenthalts und damit einer Kostensenkung bei. Dies ist nicht neu, hat aber mit Covid-19 und der gestiegenen Anzahl beatmeter und tracheotomierter Personen an Bedeutung gewonnen.

Der Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband DLV stellt deshalb den Europäischen Tag der Logopädie am kommenden Samstag, 6. März unter das Motto «Logopädie bei Covid-Patienten». Er nutzt diesen Anlass, um die Vielfalt der Logopädie aufzuzeigen, die nicht nur aus Therapie für Kinder besteht, sondern ein breites Spektrum von Angeboten für jedes Alter abdeckt. Auch in der Corona-Pandemie lohnen sich logopädische Therapien und sind sowohl in Praxen, Schulen wie Spitälern relevant.

Auf der anderen Seite hat die Pandemie den Logopädinnen und Logopäden aber auch neue Erkenntnisse zu ihrer eigenen Tätigkeit gebracht. Weil aufgrund der Kontaktbeschränkungen persönliche Begegnungen gerade mit älteren Menschen nicht möglich waren, sind viele von ihnen auf Therapie per Video ausgewichen. Betroffene Patientinnen und Patienten konnten dadurch auch während der Lockdowns von regelmässiger logopädischer Therapie profitieren. Der DLV setzt sich deshalb auch langfristig für die Anerkennung der Teletherapie durch die Krankenkassen ein.

Mit dieser Form ist es vorstellbar, auch Betroffene in entlegeneren Orten mit Logopädie zu versorgen. Gerade in Randregionen ist das Angebot sehr dünn, was durch den chronischen Mangel an Logopädinnen und Logopäden verstärkt wird.  

Kontakt für Rückfragen

Vor dem 6. März: Bérénice Wisard, Präsidentin DLV, Tel 079 210 66 64, berenice.wisard@logopaedie.ch

Am 6. März: Edith Volmer, Vizepräsidentin DLV, Tel 076 533 91 66, edith.volmer@logopaedie.ch

Über den DLV: Der Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband DLV setzt sich seit 1984 für die Interessen und die Förderung der Fachdisziplin Logopädie ein. Er vertritt rund 2300 Berufspersonen, die in verschiedenartigen Institutionen tätig sind, sowie deren Klientinnen und Klienten.

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